Frau sucht etwas in einem geöffneten Schrank.

Wo ist das schon wieder? Wie viel Zeit wir im Alltag mit Suchen verschwenden

Wo ist der Schlüssel? Wo habe ich das Ladekabel hingelegt? Und wo sind eigentlich die Unterlagen, die eben noch hier lagen? Manchmal habe ich das Gefühl, dass Dinge genau in dem Moment verschwinden, in dem ich sie brauche. Was nach einer Kleinigkeit klingt, ist einer dieser Zeitfresser im Alltag, die wir meistens gar nicht bewusst wahrnehmen.

Dann beginnt die Suche. Erst dort, wo das Teil eigentlich sein sollte. Dann an den Stellen, an denen es vielleicht liegen könnte. Und irgendwann an Orten, bei denen man sich selbst fragt, warum man überhaupt dort nachschaut.

Fünf Minuten später ist das Gesuchte endlich gefunden. Eigentlich nicht der Rede wert, oder? Doch genau diese fünf Minuten sind für mich ein typischer Zeitfresser. Denn meistens verlieren wir dabei nicht nur die Zeit, die wir tatsächlich suchen. Wir werden aus dem unterbrochen, was wir gerade gemacht haben, ärgern uns und müssen anschließend wieder zurück in unsere eigentliche Aufgabe finden. Und wenn das mehrmals am Tag passiert, werden aus ein paar Minuten erstaunlich schnell ziemlich viele.

Zeit verlieren passiert eben nicht immer bei den großen Dingen. Oft versteckt sie sich in den kleinen Unterbrechungen unseres Alltags.

Ein fester Platz allein reicht nicht

Wenn wir ständig etwas suchen, lautet der klassische Tipp: Jedes Ding braucht seinen festen Platz.

Stimmt. Aber dieser Platz muss auch zu deinem Alltag passen. Wenn ich etwas mehrmals am Tag brauche, bringt es mir wenig, wenn sein „ordentlicher“ Platz drei Räume weiter ist. Dann lege ich es irgendwann doch dort ab, wo ich es gerade benutzt habe. Beim nächsten Mal weiß ich natürlich nicht mehr genau, wo das war und die Suche beginnt von vorne.

Ein sinnvoller Platz ist deshalb für mich nicht unbedingt der, an dem etwas besonders ordentlich aussieht. Es ist der Platz, an dem ich das Ding tatsächlich brauche.

Die Hundeleinen gehören dorthin, wo wir das Haus verlassen. Dinge, die ich für meine Arbeit brauche, sollten in Reichweite meines Arbeitsplatzes sein. Und was ich jeden Morgen in der Küche benutze, muss nicht in irgendeinem Schrank verschwinden, nur weil es dort aufgeräumter aussieht.

Das klingt banal. Aber genau hier entstehen viele unserer kleinen Extrawege und Suchaktionen. Deshalb lohnt sich bei Dingen, die ständig verschwinden, eine andere Frage: Wo würde ich als Erstes danach greifen, wenn ich es jetzt bräuchte? Vielleicht ist genau dort der bessere feste Platz.

Die Dinge, die ständig auf Wanderschaft gehen

Es sind meistens nicht die Sachen, die wir nur zweimal im Jahr brauchen, die uns Zeit kosten. Es sind die Alltagsdinge. Schlüssel. Brille. Ladekabel. Unterlagen. Kopfhörer. Hundezubehör. Dinge, die wir kurz irgendwo ablegen und fünf Minuten später garantiert nicht mehr dort vermuten.

Bei mir hilft deshalb eine einfache Regel: Was ich häufig brauche, bekommt seinen Platz dort, wo ich es benutze. Schlüssel gehören für mich in die Nähe der Haustür. Hundeleinen und alles, was wir fürs Rausgehen brauchen, ebenfalls. Arbeitsunterlagen bleiben am Arbeitsplatz und Dinge, die ich täglich in der Küche benutze, dürfen auch so untergebracht sein, dass ich schnell drankomme.

Dabei muss nicht jede Lösung aussehen wie aus einem perfekt sortierten Ordnungsratgeber. Sie muss funktionieren. Denn wenn ich jeden Tag zehn zusätzliche Handgriffe brauche, nur damit etwas besonders ordentlich verstaut ist, habe ich zwar einen aufgeräumten Schrank, aber keinen einfacheren Alltag. Und genau darum geht es mir: Nicht den perfekten Platz finden. Sondern den praktischsten. Wenn etwas trotzdem ständig an einer anderen Stelle landet, ist das übrigens ein ziemlich guter Hinweis darauf, dass sein bisheriger Platz vielleicht einfach der falsche ist.

Suchen kostet mehr als nur die Suchzeit

Zwei Minuten nach dem Schlüssel suchen. Drei Minuten nach einem Dokument. Kurz das Ladekabel suchen, das ganz sicher gestern noch genau hier lag. Für sich genommen klingt das nach nicht besonders viel Zeit. Das eigentliche Problem beginnt aber schon vorher: Ich unterbreche das, was ich gerade gemacht habe.

Vielleicht war ich mitten in einer Aufgabe am Schreibtisch. Vielleicht wollte ich gerade losfahren. Oder ich war dabei, etwas im Haushalt zu erledigen. Plötzlich gilt meine ganze Aufmerksamkeit nur noch einer Frage: Wo ist dieses Ding? Ist es endlich gefunden, geht es mit der ursprünglichen Aufgabe weiter. Nur muss ich gedanklich erst einmal wieder dort ankommen, wo ich vorher aufgehört habe.

Genau deshalb sind diese kleinen Suchaktionen für mich echte Zeitfresser. Sie kosten nicht nur Minuten. Sie reißen uns immer wieder aus unseren Abläufen. Und ganz nebenbei kosten sie auch Nerven. Denn spätestens beim dritten „Wo habe ich das denn jetzt wieder hingelegt?“ ist die Laune meistens auch nicht mehr ganz so entspannt.

Weniger suchen bedeutet deshalb nicht nur mehr Zeit. Es bedeutet auch weniger Unterbrechungen im Kopf.

Der 3-Dinge-Check gegen die Sucherei

Du brauchst dafür keine neue Ordnungsroutine und musst auch nicht anfangen, sämtliche Schränke auszuräumen.

Stell dir einfach eine Frage: Welche drei Dinge suche ich immer wieder? Vielleicht ist es dein Schlüssel. Das Ladekabel. Eine bestimmte Schere. Die Lesebrille. Oder etwas, bei dem du regelmäßig durchs Haus läufst und denkst: „Wo habe ich das denn nun wieder hingelegt?“

Hast du deine drei Kandidaten gefunden, schau dir jeden einzeln an:

Wo benutze ich ihn meistens?

Und dann:

Wo würde ich ganz automatisch danach suchen?

Wenn die Antwort nicht mit dem aktuellen Aufbewahrungsort übereinstimmt, hast du wahrscheinlich schon deine Lösung gefunden. Gib dem Gegenstand genau dort einen festen Platz, wo du ihn intuitiv erwartest. Und probiere diesen Platz einfach ein paar Tage aus. Du musst dafür nicht dein ganzes Zuhause neu organisieren. Drei Dinge, die du nicht mehr suchen musst, sind drei kleine Zeitfresser weniger.

Kleine Zeitfresser sind trotzdem Zeitfresser

Wir denken beim Thema Zeit sparen oft an die großen Dinge. An bessere Planung, schnellere Haushaltsroutinen oder daran, wie wir möglichst viel in möglichst kurzer Zeit schaffen. Dabei verlieren wir einen Teil unserer Zeit an ganz anderen Stellen.

Hier zwei Minuten suchen. Dort noch einmal zurücklaufen. Zwischendurch überlegen, wo etwas sein könnte. Nichts davon ist für sich genommen dramatisch. Aber genau deshalb fällt es uns so selten auf. Ich möchte meinen Alltag nicht bis auf die letzte Minute optimieren. Darum geht es bei Zeit statt Putzen auch gar nicht.

Ich möchte nur möglichst wenig meiner Zeit mit Dingen verbringen, die mir weder etwas bringen noch Freude machen. Und die fünfte Suche nach dem Ladekabel gehört definitiv dazu. 😄

Vielleicht achtest du heute einfach einmal darauf, wie oft du nach etwas suchst. Nicht, um daraus die nächste Aufgabe zu machen. Sondern um dir beim nächsten Mal vielleicht ein paar Minuten davon zu sparen.

Denn Zeit gewinnen beginnt manchmal mit etwas so Einfachem wie: wissen, wo der Schlüssel liegt.

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