Mehr Zeit im Advent: Warum kleine Impulse oft völlig ausreichen
Wenn die besinnliche Zeit plötzlich ziemlich voll wird
Mehr Zeit im Advent wünschen sich wahrscheinlich viele von uns. Schließlich soll diese Zeit des Jahres eigentlich etwas Besonderes sein. Kerzen anzünden, Plätzchen backen, Weihnachtsmärkte besuchen, Zeit mit der Familie verbringen und sich zwischendurch einfach mal mit einer Tasse Kaffee hinsetzen und die Weihnachtsbeleuchtung genießen.
In der Realität kommt zu unserem ganz normalen Alltag aber häufig einfach noch eine zweite To-do-Liste dazu: Geschenke besorgen. Dekorieren. Weihnachtsfeiern. Plätzchen backen. Karten schreiben. Essen planen. Termine koordinieren. Und natürlich läuft nebenbei der ganz normale Haushalt weiter.
Und plötzlich versuchen wir ausgerechnet in der angeblich besinnlichsten Zeit des Jahres, noch mehr in dieselben 24 Stunden zu quetschen.
Vielleicht brauchen wir deshalb gar nicht den perfekt organisierten Advent. Vielleicht brauchen wir einfach mehr kleine Momente, in denen gerade einmal nichts erledigt werden muss.
Denn mehr Zeit im Advent bedeutet nicht unbedingt, dass wir irgendwo plötzlich zwei freie Stunden finden müssen. Manchmal reichen schon ein paar Minuten.
Ein Zeitmoment muss nicht groß sein
Wenn wir uns vornehmen, im Advent mehr Zeit für uns zu haben, denken wir schnell an einen freien Nachmittag, einen ausgedehnten Weihnachtsmarktbesuch oder ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa.
Schön wäre das natürlich. Aber im normalen Alltag lässt sich so ein großes Zeitfenster nicht immer einfach freischaufeln. Deshalb möchte ich den Blick auf die kleinen Zeitmomente richten.
Zwei Minuten mit einer Tasse Kaffee am Fenster. Eine Kerze anzünden und nicht gleichzeitig noch schnell die Küche aufräumen. Das Lieblingsweihnachtslied einmal wirklich anhören, statt es nur nebenbei laufen zu lassen. Beim Spaziergang mit dem Hund ganz bewusst die Weihnachtsbeleuchtung anschauen.
Das sind keine spektakulären Auszeiten. Und genau das ist der Punkt.
Ein schöner Moment muss nicht lange dauern, damit er sich nach einer kleinen Pause anfühlt.
Vielleicht müssen wir im Advent also gar nicht ständig versuchen, mehr freie Zeit zu finden. Vielleicht dürfen wir anfangen, die kleinen freien Minuten, die längst da sind, wieder wahrzunehmen.
Der Advent braucht nicht noch eine To-do-Liste
Gerade im Dezember begegnen uns überall Ideen dafür, was wir unbedingt noch machen könnten.
Noch ein Rezept ausprobieren. Noch eine Deko basteln. Noch einen Weihnachtsmarkt besuchen. Noch schnell selbst gemachte Geschenke vorbereiten. Und natürlich soll zwischendurch auch noch Zeit für Besinnlichkeit sein.
Aus lauter schönen Ideen kann so ziemlich schnell die nächste Liste entstehen, die abgearbeitet werden möchte. Und genau das möchte ich nicht.
Mehr Zeit im Advent bedeutet für mich nicht, noch mehr schöne Dinge in möglichst wenige Wochen zu packen.
Es bedeutet auch, etwas sein zu lassen. Nicht jede Tradition muss jedes Jahr stattfinden. Nicht jede Idee muss umgesetzt werden. Und ein Abend auf dem Sofa ist nicht weniger weihnachtlich, nur weil dabei nichts Produktives passiert.
Deshalb dürfen auch kleine Impulse genau das bleiben: Impulse.
Du kannst eine Idee ausprobieren, wenn sie gerade zu deinem Tag passt. Du kannst sie auf später verschieben. Oder du liest sie, denkst „Heute nicht“ und machst einfach weiter. Denn ausgerechnet ein Impuls für mehr Zeit sollte nicht zur nächsten Aufgabe werden.
Ein Adventskalender, der dir keine Zeit klaut
Genau aus diesem Gedanken heraus ist die Idee für meinen kostenlosen E-Mail-Adventskalender entstanden.
Vom 1. bis zum 24. Dezember bekommst du jeden Tag einen kleinen Impuls direkt per E-Mail. Und dafür habe ich mir eine Regel gesetzt, die für mich nicht verhandelbar ist:
Kein Impuls braucht länger als eine Minute zum Lesen.
Du sollst morgens nicht erst einen halben Roman lesen müssen, bevor du erfährst, was sich hinter dem heutigen Türchen versteckt. 😉
Es geht um kleine Gedanken, Erinnerungen und Ideen, die dich durch den Advent begleiten und dir helfen sollen, zwischendurch auch einmal an dich selbst zu denken.
Manches wirst du vielleicht direkt umsetzen. Manches passt an einem anderen Tag besser. Und manches liest du einfach nur und nimmst den Gedanken mit.
Kein Muss. Kein schlechtes Gewissen. Keine zusätzliche Weihnachts-To-do-Liste.
Der Adventskalender soll dir schließlich Zeit zurückgeben und nicht noch mehr davon beanspruchen.
Wenn du ab dem 1. Dezember jeden Morgen dein kleines Türchen im E-Mail-Postfach öffnen möchtest, kannst du dich schon jetzt kostenlos anmelden.
Was darf dieses Weihnachten auch einfach mal ausfallen?
Vielleicht gehört zu einer entspannteren Adventszeit nicht nur die Frage: „Wofür möchte ich mir Zeit nehmen?“ Sondern auch: „Was muss ich dieses Jahr eigentlich gar nicht machen?“
Nur weil etwas in den vergangenen Jahren dazugehört hat, muss es nicht automatisch wieder auf deiner Weihnachtsliste landen.
Vielleicht möchtest du Plätzchen backen, aber eben nur deine zwei Lieblingssorten statt sieben. Vielleicht reicht dieses Jahr ein Weihnachtsmarktbesuch vollkommen aus. Vielleicht muss nicht jedes Zimmer dekoriert werden. Und vielleicht darf das Weihnachtsessen auch etwas sein, das nicht schon am Vormittag stundenlange Vorbereitungen verlangt.
Es geht nicht darum, Weihnachten möglichst effizient abzuhaken.
Ganz im Gegenteil.
Wir dürfen an den Stellen Zeit sparen, die uns gar nicht wichtig sind, damit mehr Zeit für das bleibt, was Weihnachten für uns persönlich schön macht.
Und das kann für jeden etwas anderes sein.
Vielleicht sind es die Plätzchen mit den Kindern. Die lange Hunderunde an einem kalten Dezembermorgen. Ein Weihnachtsfilm auf dem Sofa. Ein Treffen mit Menschen, die du gern um dich hast. Oder einfach ein Kaffee bei Kerzenschein, bei dem du ausnahmsweise nichts nebenbei erledigst.
Du musst nicht alles machen, um einen schönen Advent zu haben.
Du darfst auswählen.
Planung soll dir Arbeit abnehmen, nicht neue machen
Genau deshalb arbeite ich gerade an meinem Weihnachtsplaner.
Und auch dabei möchte ich nicht den nächsten Planer erstellen, der dir auf 80 Seiten erklärt, wie du das perfekte Weihnachtsfest organisierst. Davon gibt es schon genug.
Mein Weihnachtsplaner soll dabei helfen, die Dinge aus dem Kopf zu bekommen, die tatsächlich erledigt werden müssen, den Überblick zu behalten und vor allem rechtzeitig zu entscheiden: Was ist mir dieses Weihnachten wirklich wichtig?
Denn Planung kann etwas sehr Entlastendes haben, wenn sie nicht dazu benutzt wird, noch mehr in den Kalender zu quetschen.
Geschenke, Termine, Einkäufe und Vorbereitungen müssen natürlich trotzdem irgendwo ihren Platz finden. Aber wenn sie übersichtlich festgehalten sind, müssen sie nicht ständig im Kopf herumschwirren.
Und vielleicht wird dabei auch sichtbar, dass manches von der Liste einfach gestrichen werden darf.
Der Weihnachtsplaner entsteht gerade noch. Und auch hier gilt für mich der gleiche Grundsatz wie beim Adventskalender:
Er soll dir Zeit geben und nicht unnötig Zeit kosten.
Deshalb wird er bewusst kompakt und praktisch. Kein halbes Buch, das du erst durcharbeiten musst, bevor Weihnachten beginnen darf. 😉
Vielleicht ist genau das die Besinnlichkeit, nach der wir suchen
Wenn ich an eine schöne Adventszeit denke, sind es am Ende gar nicht unbedingt die großen Dinge, die mir in Erinnerung bleiben. Es sind diese kleinen Momente.
Die Kerzen, die abends brennen. Der erste Kaffee am Morgen, wenn es draußen noch dunkel ist. Ein Spaziergang in kalter Winterluft. Weihnachtsmusik, die plötzlich genau die richtige Stimmung trifft. Oder ein Abend, an dem einfach einmal nichts mehr erledigt werden muss.
Vielleicht müssen wir die besinnliche Adventszeit also gar nicht irgendwo zwischen all unseren Terminen suchen.
Vielleicht ist sie längst da.
Wir müssen ihr nur ein bisschen Platz lassen.
Und wenn das dieses Jahr bedeutet, eine Sache weniger zu erledigen und dafür einen kleinen Moment mehr zu genießen, dann ist das vielleicht schon ein ziemlich guter Anfang.
Denn Weihnachten muss nicht perfekt sein.
Aber es darf sich nach Weihnachten anfühlen. 🧡
